Hospiz-Architektur: Studierende der TU begeistern mit ihren Ideen

Mit einem Wettbewerb unter Architekturstudenten der TU München haben wir im Wintersemester 19/20 zum Nachdenken über ein innenstädtisches Hospiz der Zukunft angeregt. Die Studierenden des Lehrstuhls für Städtische Architektur haben dabei beeindruckende und inspirierende Entwürfe vorlegt. Diese wurden von uns mit Preisen in Höhe von insgesamt 4000 Euro ausgezeichnet.

Geborgen und mitten im Leben

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwarfen Konzepte für ein urbanes stationäres Hospiz mit zwölf Zimmern für schwer kranke Menschen. Die Themen Ruhe und Geborgenheit, auch Rückzug und Stille wurden aufgegriffen und umgesetzt. Zugleich sollte das Gebäude auch ein einladender Ort mit vielfältigen öffentlichen Begegnungsmöglichkeiten werden. Die Möglichkeit zur Teilhabe am Leben bis zuletzt war ein zentraler gedanklicher Ansatz der Studierenden bei der Entwicklung der vielfältigen Modelle.

Beweggründe: Stationäres Hospiz ergänzt ambulante Angebote

Sterben Zuhause nicht immer möglich

Natürlich wünschen sich die meisten Menschen, am Ende ihres Lebens im Kreise ihrer Lieben friedlich einzuschlafen, aber die Realität sieht oftmals anders aus. Immer mehr Single-Haushalte, Entfremdung von der Nachbarschaft – Einsamkeit, Schmerzen und Apparatemedizin bestimmen dann die letzten Wochen im Leben. 

Schwer kranke Menschen benötigen sofort individuelle Hilfe und professionelle Begleitung. Lesen Sie hier mehr über das HospizHaus des Lebens und unsere Beweggründe für den Bau eines neuen Hospizes.

Der Siegerentwurf

Der Siegerentwurf stammt von Max Boehringer und Verena Kretschmer. Sie gestalteten ein optisch außergewöhnliches Gebäude mit hohen offenen Giebeln. In den oberen beiden Etagen soll das Hospiz unterkommen, der Rest des Hauses steht für multifunktionale Nutzung offen, etwa für ein Café, Veranstaltungsräume und Büros.
Die beiden Preisträger betonten, die große Besonderheit des Haus sei das begrünte Dach, das wie eine Krone über die Nachbargebäude nach oben hinausreiche. Es sei wie ein „Park im Haus“ angelegt.

Stationäres Hospiz München Wettbewerb

Weitere Impressionen des Architekturwettberwerbs

In den Startlöchern: Die Umsetzung des Projekts

Jurymitglied Prof. Dietrich Fink betonte, der besondere Reiz des Projekts Architektur für Sterbende sei es gewesen, einen echten Impuls zu setzen in die städtische Öffentlichkeit hinein. Den Studierenden sei es gelungen, „ein schönes Stück letzte Heimat“ zu entwerfen. Projekt-Koordinatorin Isabell Zacharias ergänzte: „Das Thema Sterben in der Stadt ist von den jungen Leuten in spektakuläre Architektur übersetzt worden. Die Ergebnisse sind zum Niederknien.“

Der Hospizdienst DaSein e.V. will genau so ein Zentrum in naher Zukunft schaffen. Geschäftsführerin E. Katharina Rizzi dankte den Studierenden für ihr großes Engagement: „Das war ein wirklich gewagtes Projekt. Und Sie haben es wunderbar angenommen und tolle Ideen entwickelt.“

Kontaktieren Sie uns

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Isabell Zacharias ist Ihre Ansprechpartnerin.